Schlagwort: Wiener Kaffeehaus

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Wiener Café am Hamburger Stadtrand

29 Mai , 2015,
Daniela Schulz
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Hamburg wird von seinen Bewohnern liebevoll mit dem Beinamen „schönste Stadt der Welt“ bedacht. Die kühle Schönheit zwischen Altster und Elbe bietet neben viel Wasser und Kultur auch eine lebendige Gastronomieszene. Aber stundenlang so richtig schön im Café sitzen, wie man es aus südlichen Gefilden kennt? Kaffeehausatmosphäre in der Hamburger Innenstadt? Fehlanzeige – abgesehen vom stets überfüllten Café im Levantehaus in der Einkaufszone. Ein Weg an den Stadtrand in die Villa lohnt sich.

Das Café die Villa belohnt den Weg mit stilvollem Ambiente, köstlichem Kuchenbuffet und solidem Kaffee von der Rösterei Darboven. Wer sich schon morgens auf den Weg nach Hamburg-Volksdorf macht, genießt die leckere Frühstücksauswahl zu vernünftigen Preisen. Wie in einem echten Wiener Kaffeehaus ist die Auswahl an hausgemachten Strudeln bestechend. Es gibt Apfelstrudel, Topfen- und Mohnstrudel sowie auch Marillen- oder Pflaumenstrudel.

Melange und Fiaker

Aber auch das Tortenbuffet ist vielversprechend. Wer allerdings die Kaffeekarte echt wienerisch erwartet, muss Abstriche machen. Es gibt zwar die Melange (Milchkaffee) und den Fiaker (Glas Café Crème mit Rum), aber ein Verlängerter (Espresso mit Wasser gestreckt) etwa oder einen Kleinen Braunen (Espresso mit separat servierter Schlagsahne) wird man vergebens auf der Karte suchen. So wienerisch muss es im äußersten Norden der Hansestadt vielleicht dann doch nicht zugehen.

Das Café befindet sich in einer Villa mit repräsentativer Auffahrt. Auf der großen Rasenfläche vor dem Gebäude kann man bei gutem Wetter die Weitläufigkeit des Grundstückes genießen und wie eine Schlossherrin bzw. Schlossherr fühlen. Drinnen sitzt man unter hohen Decken im Speisezimmer und in der ehemaligen Bibliothek des Kaufmannsfamilie von Ohlendorff, die das Anwesen 1953 an die Stadt verkauft hat. Der helle Wintergarten gehört ebenfalls zum Café, das erst vor einem Jahr, nach dem Ende aufwändiger Renovierungen, eröffnete.

 

Die Villa, Im Alten Dorfe 28, Hamburg-Volksdorf. Öffentliche Verkehrsmittel: U 1 bis U-Bahnstation Volksdorf; kein eigener Parkplatz

Öffnungszeiten
Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa & So 10-18 Uhr

Foto: Rod Waddington from Kergunyah, Australia

Ziegen und Kaffee

22 Apr , 2015,
Daniela Schulz
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Nachtaktive Menschen bevorzugen bekanntlich Kaffee. Krankenpfleger, Krankenhausärztinnen, Lokführer, Gute-Laune-Moderatoren diverser Morning Shows kämen ohne Kaffee kaum über die Runden.

Zu verdanken haben diese Berufsgruppen und wir Kaffeeliebhaber das segensreiche Gebräu einigen nachtaktiven Tieren. So jedenfalls will es eine uralte Legende wissen. Ziegen im äthiopischen Hochland sollen die belebende Wirkung des Koffeins als erste entdeckt haben. Seltsame Vorstellung: Ohne eine Herde afrikanischer Ziegen gäbe es weder Kaffeebars noch cremigen Cappuccino!

Äthiopien – Urheimat des Kaffees

Stellen Sie sich einmal vor: Ein bewaldetes Hochplateau in Äthiopien. Nachts wird ein junger Ziegenhirte immer wieder vom Gemecker seiner Tiere aufgeschreckt. Die meisten Ziegen schlafen, aber einige werden nicht müde und springen immer wieder aufgekratzt umher. Der junge Ziegenhirt wird um seine Nachtruhe gebracht und beobachtet, wie die schlaflosen Ziegen immer wieder an den Zweigen eines kleinen Baumes naschen. Am nächsten Tag reisst der Junge einige Zweige von dem Strauch ab und bringt sie dem Abt des nahe gelegenen Klosters.

Der Junge berichtet ihm von den schlaflosen Ziegen. Schließlich wagt der Geistliche den Selbstversuch und kocht aus den Blättern eine Art Kaffeesud auf. Am Abend vor der Gebetsstunde trinkt er das Gebräu. Dieses Mal bleibt der Abt hellwach bis zum letzten Vers seines Gebets.

Der erste Röstkaffee aus dem Jemen

Die ersten schriftlichen Quellen über den Wachmacher aus Ostafrika stammen übrigens von arabischen Mönchen aus einem jemenitischen Kloster im 14. Jahrhundert. Sie waren schon einen Schritt weiter und bereiteten einen Aufguss aus den gerösteten Früchten des Kaffeebaums zu. Der Grund für den Kaffeedurst war damals schon, die Arbeitsstunden in den Abend auszudehnen.

Vom Jemen aus erreichte der Wundertrank Ägypten und schließlich das Osmanische Reich. Das Heer des Sultans war ebenfalls auf die Kraft der Kaffeebohne angewiesen. Als die Osmanen im 17. Jahrhundert lange und erfolglos Wien belagert hatten, ließen sie beim überstürzten Rückzug ließen mehrere Kaffeesäcke zurück. Angeblich hat ein österreichischer Spion namens Georg Franz Kolschitzky die Kaffeesäcke gefunden und das erste Wiener Kaffeehaus damit begründet. Seitdem gilt Kolschitzky  als Schutzpatron der Wiener Kaffeehäuser.

Foto: Rod Waddington (from Kergunyah, Australia); Lizenz: Creative Commons

Titel: Male Walia Ibex in the Fog, Simien Mountains, Ethopia