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Kaffeefarmer aus Honduras

7 Aug , 2017,
Daniela Schulz
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Was ist eigentlich ein Kaffeeland? Für mich war das lange Zeit Italien. Dort habe ich das erste Mal den perfekten Cappuccino mit meiner Mutter getrunken. Nie werde ich vergessen, wie es auf meiner Nach-Abireise auf Sizilien Frühstück mit Caffè Latte gab. Zugegebenermaßen, lange Zeit war mein Kaffeehorizont bis auf südlich der Alpen begrenzt – etwa bis Sizilien. Bestenfalls bis Nordafrika, wo ich in Tunis auch schon sehr leckeren Espresso getrunken habe. Tatsächlich stammt aber die Kaffeepflanze von noch weiter südlich.

„Kaffeegürtel“ nennen KaffeeexpertInnen die Zone , die nördlich und südlich des Äquators liegt. In dieser Zone gedeiht die Kaffeepflanze. Ihr Ursprung liegt in Äthiopien. Ein großes Kaffeeland im sprichwörtlichen Sinne ist mittlerweile aber auch Honduras. Denn das größte mittelamerikanische Land liegt mit seinen Lieferungen nach Deutschland auf Platz drei hinter Vietnam und Brasilien. Etwa 110.000 Familien sind dort in der Kaffeeproduktion tätig.

Kaffeefarmer von COMSA -Honduras Foto Daniela Schulz

COMSA-KaffeefarmerInnen in Hamburg

Kaffeeland Honduras

Viele honduranische Kaffeefarmen liegen in der Region La Paz bzw. um die Provinzhauptstadt Marcala herum. Kaffee aus Marcala ist sogar mittlerweile mit einer geschützten Herkunftsbezeichnung geadelt, weiß der Kaffeeatlas zu berichten. Und genau dort ist der Sitz der Kaffee-Aktiengesellschaft Café Organico Marcala S.A., kurz COMSA. Ich hatte das Glück einige Vertreterinnen und Vertreter der Kaffeefarmer-Organisation in Hamburg zu treffen, bei einer Kaffeeverkostung in der Rösterei Quijote.

Das erste, was mir bei den Kaffeefarmern aus Honduras auffiel, war ihre unkomplizierte Herzlichkeit. Ich hatte sofort das Gefühl, sie schon länger zu kennen. Das Zweite war ihre hohe Wertschätzung von Bildung und drittens das Verantwortungsbewusstsein sowie die Liebe und Fürsorge für die nachfolgenden Generationen. Das ist es auch, was den Kaffee-Anbau der über 600 Farmer und Farmerinnen von COMSA ausmacht: Nachhaltigkeit und die „Materia gris“, wie sie es auf Spanisch nennen. „Materia gris“ sind die kleinen grauen Zellen. Die Mitglieder von COMSA erweitern ständig ihr Wissen über den Kaffee-Anbau und sie machen sich sehr viel Gedanken, wie sie den Anbau schonend für Natur und Klima gestalten können. „Materia gris“ bedeutet auch, dass die Kaffee-Community für ihre Kinder eine eigene Schule mit modernen Unterrichtskonzepten errichtet hat, wie COMSA-Geschäftsführer Rodolfo Peñalba stolz erzählt.

Stete Schulung und Wissens-Austausch

Durch Schulung und stetigen Austausch mit Röstern wie Quijote und deren regelmäßigen Besuchen auf den Kaffeefarmen hat sich die Kaffeequalität der COMSA-Farmer wesentlich erhöht. Das Leben der Familien der Kaffeefarmer hat sich ebenso deutlich verbessert. Denn für qualitätvollen Kaffee erzielen sie höhere Preise auf dem Weltmarkt.

Rösterin bei Kaffeefarmern

Stefanie Hesse bei Kaffeefarmern

Schon seit Anfang des Jahrtausends besteht ein Bündnis mit der Entwicklungsorganisation CEDECO aus Costa Rica.  Alle Mitglieder und MitarbeiterInnen von COMSA werden seitdem für die Entwicklung integraler organischer Pflanzungen geschult. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einbeziehung der Familie und die Stärkung der Frauen.  So sind von den 614 registrierten Mitgliedern der COMSA mehr als ein Viertel Frauen. Viele von ihnen sind in der Organisation Women in Coffee aktiv. So auch Miriam Elizabeth Pérez. Die Agrar-Ingenieurin betreibt  biodynamische Landwirtschaft auf ihrer Farm und ihr Kaffee zählt zu den Spitzenkaffees.

Die neue Kaffeekultur wird oft mit der von edlen Weinen verglichen. Beide Produkte stammen in ihren Spitzenqualitäten aus begünstigten Lagen und gehen zur Verarbeitung durch die Hände geschulter Spezialisten. Kleinere Farmen haben die Chance, damit ihre Existenzgrundlage zu konsolidieren, denn für besonders hohe Qualitäten erzielen sie entsprechend höhere Preise.

Kaffeepflanzen in Honduras

Schattenlage auf Kaffeefarm in Honduras

Qualität beginnt bereits beim Anbau. Kaffee ist eine Pflanze, die in Schattenlagen ihren Ursprung hat. Pralle Sonne tut ihr nicht gut. Deshalb wird sie bei den COMSA-Kaffeefarmern auch im Schatten angepflanzt. Es geht weiter über die handverlesene Ernte der Kaffeekirschen bis hin zur Verarbeitung zum Rohkaffee. Hier ist die Art der Trocknung wesentlich für das Qualitäts- und natürlich auch das Geschmacksergebnis. In einem meiner nächsten Blogbeiträge erkläre ich die Unterschiede zwischen den Verfahren „washed“, „natural“ und „honey“. Alle drei Trocknungsverfahren kommen bei den COMSA-Kaffeefarmern zum Einsatz.

Bei der Verkostung der neuen Ernte schmeckte mir das Ergebnis der „Honey“-Methode am besten. Aber das muss jede/r für sich selbst herausfinden. So, und nach diesem Cupping habe ich nun auch Honduras auf meiner Kaffee-Landkarte.

Per Container nach Hamburg

Eichhörnchen-Logo-von-COMSA

Logo von COMSA

Mittlerweile sind drei Container von der neuen Ernte aus Honduras im Hamburger Hafen angekommen. Von dort aus geht es direkt zur Rösterei in Hamburg-Rothenburgsort. Den Kaffee von COMSA gibt es übrigens bei Quijote als Blend für Filterkaffee und Espresso-Zubereitung.

Aber auch andere Röster, wie die Hamburger Nord Coast Coffee Roastery und die Tegernseer Kaffeerösterei und weitere haben Kaffee von COMSA im Verkauf. Wohl bekomm’s.

 

Titelbild: Fotograf – Andreas van Heyden


 

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Caffè Sospeso

18 Dez , 2015,
Daniela Schulz
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Jedes Jahr kurz vor Weihnachten gibt es in Italien den „Tag des aufgeschobenen Kaffees“. Auf Italienisch: Caffè Sospeso. Das ist ein Kaffee, den man für einen Unbekannten ausgibt, der sich das Getränk nicht leisten kann. Auch in Deutschland gewinnt die italienische Tradition der Freigebigkeit immer mehr Anhänger.

In Hamburg-Wilhelmsburg stieß das erste Mal ich hierzulande darauf. Die Kaffeeklappe bietet auf der Speisekarte einen „wartenden Kaffee“ für einen Euro an. Das ist „eine Bowle Kaffee, die ihr für jemanden im Voraus kauft, der es sich sonst nicht leisten kann“.

Ob „wartend“ oder „aufgeschoben“, der Sospeso ist mittlerweile zu einer internationalen Bewegung des Teilens geworden. Vor knapp drei Jahren hat der Ire John Sweeney „Suspended Coffee“ gegründet. Auf der Website von Suspended Coffe können sich Cafés eintragen, die den aufgeschobenen Kaffee ermöglichen.

Aus Hamburg sind zurzeit dreizehn Cafés auf der Website des aufgeschobenen Kaffees eingetragen. Die Kaffeeklappe ist zwar nicht dort verzeichnet, aber bietet den Caffè Sospeso unabhängig davon an. In manchen kleineren Universitätsstädten, wie Marburg, Paderborn, Siegen oder Kiel, existieren regelrechte Aktivistengruppen der von Sweeney initiierten Bewegung. Auch in der Autostadt Wolfsburg gibt es bereits zehn Cafés, die den Sospeso anbieten. Möglicherweise ist die Beliebtheit des Caffè Sospeso hier auf den großen Anteil von Menschen mit italienischen Wurzeln zurückzuführen.

Das Herz der Sospeso-Tradition schlägt nämlich im Süden Italiens. Es war in Neapel, wo vor etwa 100 Jahren immer mehr Bürger für jemand anderen den Kaffee im Voraus bezahlten. Man wollte dabei mit seiner Großzügigkeit aber nicht protzen, sondern anonym und diskret bleiben. Die Gefühle des bedürftigen Empfängers dürfen nicht verletzt werden.

aufgeschobener-kaffee-caffe-sospeso

Caffe sospeso

Nach jedem Sieg des Fußballklubs S.S.C. Napoli soll Aurelio di Laurentiis, Filmproduzent und Präsident des Klubs,jeweils zehn aufgeschobene Kaffees bezahlen. Di Laurentiis bringt es mit seinem Handeln auf den Punkt: Wenn man sich in Italien freut, möchte man, dass auch andere daran teilhaben können, denen es nicht so gut geht.

Weltweit nehmen sich immer mehr Menschen ein Vorbild an italienischer Großzügigkeit. Cafés von Kanada über Russland bis Australien bieten mit dem aufgeschobenen Kaffee ärmeren Menschen die Möglichkeit sich mit einem aufgeschobenen Kaffee aufzuwärmen. Dreizehn Cafés mit „wartendem Kaffee“ in einer Metropole wie Hamburg – da geht noch was. Erst recht zur Weihnachtszeit. Mein Tipp: Sprecht mal euer Stammcafé darauf an.

 


 

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Espressobar Juwelier

22 Sep , 2015,
Daniela Schulz
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Freunde des italienischen Kaffees sind hier richtig. Die Espressobar „Juwelier“ bietet die Klassiker Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato handwerklich gut zubereitet und schmackhaft.

Ich gehe gerne in das kleine gemütliche Café zum Frühstücken. Es gibt herzhafte Vollkornsandwiches vegetarisch und vegan sowie mit Putenschinken. Aber auch Croissants und Kuchen sind im Angebot. Der Service ist freundlich und entspannt.  Der Laden ist wohl auch deshalb ein beliebter Treffpunkt der Nachbarschaft. Das Preis-Leistungsverhältnis ist trotz der Lage sehr in Ordnung.

Die Inhaberin Katja Dietrich hat die Espressobar 2000 in einem früheren Goldschmiedeladen in der damals von kleinen Handwerkern geprägten Weidenallee eröffnet.Die Einrichtung ist klassisch-nostalgisch gehalten mit einer prominent platzierten alten Waage und Lebensmittelregalen wie zu Großmutters Zeiten.

Mittags gibt es eine Speisekarte mit Kleinigkeiten. Man kann dort aber auch Pasta, Nudelsauce, Öl und Gewürze zum selber Kochen einkaufen.

Mitten im alternativ-bürgerlichen Eimsbüttel gelegen, befindet sich das Café nicht weit vom hippen Schanzenviertel. In die ehemaligen Ladengeschäfte der Handwerker sind in den letzten Jahren immer mehr alternativ-schicke Boutiquen für Mode, Geschenke und edlen Hausrat eingezogen.

Gleich neben dem Café, in Nummer 27,  befindet sich übrigens das Speiserestaurant „Juwelier“, das Katja Dietrich zusammen mit dem Koch Lutz Bornhöft leitet.

Adresse: Weidenallee 29, Hamburg-Eimsbüttel, Tel. 040 / 431 900 73

Öffentliche Verkehrsmittel: U 2 bis Christuskirche oder Schlump, Bus M 15 bis Sternschanze

 


 

Kaffeeklappe_

Kaffeeklappe

17 Sep , 2015,
Daniela Schulz
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Es wird wieder Zeit, sich eine wärmende Kaffeestube zu suchen. Wer in Hamburg-Wilhelmsburg unterwegs ist, dem kann ich die Kaffeeklappe nur wärmstens empfehlen.

In entspannter Atmosphäre kann man hier seinen Cappuccino oder auch Filtercafé genießen, von denen sie zwei Sorten im Angebot haben: Einen  Kenia Pearl mit einem kräftigem, leicht schokoladigen Aroma oder einen säurearmen Maragogype, bekannt auch als „Elefantenbohne“ wegen der überdurchschnittlichen Größe der Bohne.

Auf der Speisekarte findet man warme und kalte Gerichte und auch sehr leckeren Kuchen zu vernünftigen Preisen. Die Kaffeeklappe sieht sich in der Tradition der Hafenarbeiterkantinen. Aus einem Laden (Klappe) heraus wurden heiße Getränke und Suppen verkauft, um die Hafenarbeiter besser zu ernähren. Zusätzlich sollte das Proletariat vom Alkohol abgehalten werden.

Ein Einrichtungsdetail bezieht sich tatsächlich auf den Hafen. An der Wand neben dem Schaufenster lehnt das letzte Stück Zollzaun, mit dem das zollfreie Gebiet des alten Freihafens abgesperrt war. Bürgermeister Olaf Scholz soll es im Januar 2013 in einem symbolischen Akt höchstpersönlich abgebaut haben.

Die moderne Kaffeeklappe organisiert auch Kulturevents wie Musikabende und engagiert sich für nachhaltigen Konsum. Über die Veranstaltungen am besten über die Facebook-Seite der Kaffeeklappe informieren

Kaffeeklappe, Fährstraße 69 in Wilhelmsburg, Di. bis Fr. 8 bis 20 Uhr, Sa. und So. 10 bis 20 Uhr, Montag ist Ruhetag.


 

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Roasting Challenge

11 Sep , 2015,
Daniela Schulz
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Auf dem Berlin Coffeefestival gab es einen kleinen, aber feinen, Rösterwettbewerb – einen sogenannten Roasting Challenge. Die Auswertung fand aber in Hamburg statt, and the winner is … 

Die Herausforderer kamen aus München, Frankfurt am Main, Potsdam und Hamburg und sie trafen sich am ersten Septemberwochenende in Berlin. Jeder hatte eine bestimmte ihm oder ihr völlig unbekannte Bohnensorte zu rösten. Eine Woche später steht das Ergebnis fest. Die Sache wurde schließlich zwischen München und Hamburg entschieden.

Das Publikum, das zum Blind-Cupping in die Hamburger Black Delight Rösterei nach Hamburg-Altona kam, bestimmte zwei Gewinner. Die Begründung war einigermaßen kurios, aber typisch für die neue Szene der Kaffeegourmets. Zunächst lag Supremo Kaffee aus München vorne. Das war als das Kaffeepulver frisch aufgegossen war und das Getränk noch heiß und dampfend.

Einige Zeit später und nach einigem Hin und Her, der Kaffee war inzwischen abgekühlt, fanden die Kaffeeverkoster plötzlich die Röstung von Black Delight-Chef Michael Mrozek überzeugender. Anscheinend braucht der Kaffee aus dem hohen Norden ein bisschen Anlaufzeit, schmeckt dafür aber umso nachhaltiger. Während die feurigen Südländer aus München unschlagbar beim ersten Eindruck sind. Damit wären dann die Klischees alle erfüllt.

roesterwettbewerb

Nichtsdestotrotz haben beide hervorragende Röstergebnisse im Challenge erzielt. Und es liegt am einzelnen Kaffeetrinker, welche Nuance er bevorzugt. Weitere Teilnehmer am Roasting Challenge waren Playground Coffee, ebenfalls aus Hamburg, Hoppenworth & Ploch aus Frankfurt und Buena Vida aus Potsdam. Auch sie brauchten sich nicht zu verstecken.

Hoppenwort & Ploch war beim großen offenen Cupping in der Rösthalle mit einigen Kreationen vertreten, die durch ihre feine Blumigkeit auffielen. Großen Applaus fanden die Röstungen von Machhörndl aus Nürnberg. Der persönliche Favorit der caffepause war hier der Geisha Trapiche aus Panama mit seinem beerigen Aroma und einem leichten Duft, der an Melone erinnert. Den Melonenduft habe ich, um ehrlich zu sein, nur beim trockenen Pulver wahrnehmen können. Der gebrühte Kaffee hatte das beerige Aroma der Geisha Kaffees.

Zu verdanken hatten wir die Veranstaltung dem Experten für Third Wave Kaffe René Krüger alias @bosch. Da er die vielen Kaffeemitbringsel aus Berlin nicht alle zuhause selber trinken wollte, organisierte er kurzerhand das spontane öffentliche Cupping zusammen mit Black Delight.

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Kaffee bei Schietwetter

19 Aug , 2015,
Daniela Schulz
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Ich habe jetzt eine zuverlässige Lieblingskaffeebar. Wenn es regnet, und das tut es in Hamburg häufig, frage ich den Barista, was er mir denn heute empfiehlt.

Gestern war wieder so ein Tag: Regen – von früh bis spät. João kommt aus Portugal und ist der Kaffeemeister bei Black Delight. João sagte gestern, „was Heißes“. Und ich war einverstanden. Wir mussten uns nur noch über Kaffeesorte und Zubereitung einigen. Das überließ ich vertrauensvoll wiederum João. Er beschloss, dass Filterkaffee das beste für mich sei und kredenzte mir einen Workye Shallo aus Äthiopien.

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Der Workye Shallo kommt nicht nur aus einer bestimmten Region Äthiopiens, des Ur-Landes der Kaffeebohne, sondern man kann ihn bis zur Farm zurückverfolgen, wo er herkommt. Workye Shallo ist die Kooperative, von der der Kaffee stammt.  Ähnlich wie beim Wein, wo die Herkunftsangabe schon lange üblich ist, versuchen Kenner das Prinzip auch bei Kaffee einzuführen.

Der Workye Shallo schmeckt fruchtig nach roten Beeren. Bei einem Kaffee mit solch einem feinen Eigengeschmack braucht es keine Milch. Im Gegenteil, Milch würde den Geschmack vollkommen ruinieren. Im Black Delight gibt es keine Porzellankännchen. In gläsernen Karaffen kann man die klare, hellbraune Farbe des Naturgetränks bewundern und genießen.

Der Workye Shallo wurde unter der afrikanischen Sonne getrocknet und ist daher genau das richtige  Gegengewicht für Hamburger Schietwetter.

Adresse: Black Delight, Hamburg, Eppendorfer Weg 67


 

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Kaffeepause in nostalgischem Ambiente

1 Jun , 2015,
Daniela Schulz
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Kaffeepause zwischendurch geht auch in einem kleinen Ladengeschäft wie etwa bei Helmke Winkelmann in ihrem neuen Laden Nutrikus in Hamburg-Eimsbüttel. Das Angebot richtet sich an Ernährungsbewusste und Allergiker. In frischem Weiß und nostalgisch eingerichtet serviert die diplomierte Oecotrophologin fair gehandelten Kaffee aus Brasilien.

Der Kaffe kommt aus dem Espresso-Vollautomaten, also kein Filterkaffee. Man kann aus zwei verschiedenen Bohnensorten wählen. Als Arabica-Fan habe ich mich für den zu 100 Prozent aus Arabica bestehenden Pure Passion von Moema entschieden. Daneben gibt es auch eine Mischung aus Robusta und Arabica mit dem vielversprechenden Namen Samba Flavour. Ebenfalls von Moema, einem deutsch-brasilianischen Espresso-Röster aus São Paulo und Berlin. Der Pure Passion schmeckt mild und kräftig zugleich. Ich fand ihn äußerst bekömmlich. Kein Wunder, denn die Oecotrophologin bietet im Laden auch Ernährungsseminare und Beratung an. Außerdem finden Kochkurse statt und ein regelmäßiges Nachbarschaftsdinner.

Nutrikus ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. U 2-Haltestelle Lutterothstraße, Methfesselstraße 96, Hamburg-Eimsbüttel

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Wiener Café am Hamburger Stadtrand

29 Mai , 2015,
Daniela Schulz
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Hamburg wird von seinen Bewohnern liebevoll mit dem Beinamen „schönste Stadt der Welt“ bedacht. Die kühle Schönheit zwischen Altster und Elbe bietet neben viel Wasser und Kultur auch eine lebendige Gastronomieszene. Aber stundenlang so richtig schön im Café sitzen, wie man es aus südlichen Gefilden kennt? Kaffeehausatmosphäre in der Hamburger Innenstadt? Fehlanzeige – abgesehen vom stets überfüllten Café im Levantehaus in der Einkaufszone. Ein Weg an den Stadtrand in die Villa lohnt sich.

Das Café die Villa belohnt den Weg mit stilvollem Ambiente, köstlichem Kuchenbuffet und solidem Kaffee von der Rösterei Darboven. Wer sich schon morgens auf den Weg nach Hamburg-Volksdorf macht, genießt die leckere Frühstücksauswahl zu vernünftigen Preisen. Wie in einem echten Wiener Kaffeehaus ist die Auswahl an hausgemachten Strudeln bestechend. Es gibt Apfelstrudel, Topfen- und Mohnstrudel sowie auch Marillen- oder Pflaumenstrudel.

Melange und Fiaker

Aber auch das Tortenbuffet ist vielversprechend. Wer allerdings die Kaffeekarte echt wienerisch erwartet, muss Abstriche machen. Es gibt zwar die Melange (Milchkaffee) und den Fiaker (Glas Café Crème mit Rum), aber ein Verlängerter (Espresso mit Wasser gestreckt) etwa oder einen Kleinen Braunen (Espresso mit separat servierter Schlagsahne) wird man vergebens auf der Karte suchen. So wienerisch muss es im äußersten Norden der Hansestadt vielleicht dann doch nicht zugehen.

Das Café befindet sich in einer Villa mit repräsentativer Auffahrt. Auf der großen Rasenfläche vor dem Gebäude kann man bei gutem Wetter die Weitläufigkeit des Grundstückes genießen und wie eine Schlossherrin bzw. Schlossherr fühlen. Drinnen sitzt man unter hohen Decken im Speisezimmer und in der ehemaligen Bibliothek des Kaufmannsfamilie von Ohlendorff, die das Anwesen 1953 an die Stadt verkauft hat. Der helle Wintergarten gehört ebenfalls zum Café, das erst vor einem Jahr, nach dem Ende aufwändiger Renovierungen, eröffnete.

 

Die Villa, Im Alten Dorfe 28, Hamburg-Volksdorf. Öffentliche Verkehrsmittel: U 1 bis U-Bahnstation Volksdorf; kein eigener Parkplatz

Öffnungszeiten
Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa & So 10-18 Uhr

VerkostungSpeicherstadtrösterei

Reise zu den Kaffee-Aromen

6 Mai , 2015,
Daniela Schulz
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Ist Kaffee gleich Kaffee? Zur Klärung dieser Frage besuchte ich eine öffentliche Kaffee-Verkostung in der Hamburger Speicherstadt.

Acht unterschiedliche Sorten Kaffees bereitet der Kaffee-Sommelier zur Blindverkostung auf dem langen Tresen der Speicherstadt Kaffeerösterei vor. Zum Cupping, wie die Kaffee-Verkostung in Fachkreisen auch heißt, gießt er das heiße Wasser direkt auf das fein gemahlene Kaffeepulver in den weißen Porzellankännchen. Nach einigen Minuten hat sich der Kaffeesatz auf den Boden abgesetzt und der frisch gebraute, duftende Kaffee wird in dickwandige Porzellanbecher umgefüllt.

Ausgestattet mit Stift und Zettel sowie einem Wasserglas und einem Verkostungs-Löffel machen wir Kaffeenovizen uns bereit, die Welt der Kaffee-Aromen zu erschmecken. Das Wasserglas ist für die Reinigung des Gaumens zwischen zwei Proben, denn mehr als 1000 verschiedene Aromen soll das Wundergetränk bereithalten. Da gilt es wachsam zu sein. Annette Simbolon von der Speicherstadt Kaffeerösterei erklärt uns, worauf wir achten sollen. Vorweg gibt sie uns Laien den Tipp, besonders das Säureverhältnis heraus zu schmecken. „Säuren sind Aromaträger“, erklärt sie den staunenden Kaffeetrinkern.

Säuren sind Aromaträger

Bisher hatten wir uns vor Säuren im Kaffee immer in Acht genommen und ihn hübsch mit Milchschaum magenfreundlicher aufbereitet. Frau Simbolon beruhigt uns, nicht alle Säuren sind magenreizend und diese werden beim Rösten weitgehend reduziert. Allerdings nur beim langsamen Röstprozess. Der Trommelröster der Speicherstadt Kaffeerösterei röstet die Bohnen etwa 20 Minuten lang bei 200 Grad, erklärt sie. Die kostengünstigere Schnellröstung, wie sie bei den großen Kaffeemarken üblich ist, lässt deutlich mehr von den Säuren übrig.

Die Röstmethode hat auch Einfluss auf den Geschmack, lernen wir. Während die meisten Menschen beim Wein zumindest zwischen lieblich und trocken unterscheiden können, fehlen uns für Kaffee die Worte. So gibt Frau Simbolon für den Anfang schon mal die Begriffe „nussig“, „fruchtig“ und „karamellartig“ uns Hobby-Tastern mit auf den Weg. Nicht, ohne auf zig Unterarten dieser drei Hauptgeschmacksrichtungen hinzuweisen. Fortgeschrittene sind denn auch in der Lage, „Körper“ und „Fülle“ des Kaffees heraus zu schmecken.

Jetzt kann es losgehen: Ich rieche an Tasse Nummer eins, nehme einen vorsichtigen Schluck und bewege ihn im Mund hin und her, so wie es Frau Simbolon uns geraten hat. „Den Geruch finde ich cremig, den Geschmack eher nussig“, notiere ich auf meinem Zettel. Weiter zu Probe zwei, mein Hintermann drängelt schon. Bei Nummer zwei meine ich einen leicht „kellerartig-muffigen“ Geschmack zu erkennen. Weiter zu drei. Liegt es daran, dass ich nach zwei Proben nichts mehr schmecke?

Arabica oder Robusta?

Ich finde Nummer drei schmeckt neutral. Später wird sich herausstellen, dass dieser Kaffee aus Guatemala genau deshalb gerne für Kaffeemischungen verwendet wird. Bei Nummer vier schmecke ich malziges heraus. Es handelt sich um einen milden Kaffee aus Peru. Nummer fünf ist etwas ganz besonderes. Der berühmte „Katzenkaffee“ aus Indonesien von der Insel Sumatra: Kopi Luwak. Die Kaffeebohnen fermentieren im Darm einer Schleichkatzenart. Die Kaffeebauern sammeln die ausgeschiedenen Bohnen im Urwald ein. Nicht gerade mein Topkandidat. Auch Nummer sechs hat etwas mit Tieren zu tun. Der sogenannte Orang-Utan Kaffee. Er kommt ebenfalls aus dem Regenwald von Sumatra, aus der Heimat der Orang-Utans.

Hier schmecke ich endlich etwas säureartig-fruchtiges heraus. Bei den letzten beiden schmecke ich nur noch einen milden, malzigen Ton. Kein Wunder, bei Nummer acht handelt es sich um einen Robusta-Kaffee aus Indien. Die Robusta-Bohne ist grundsätzlich säureärmere Variante der Kaffeebohne. Die vorangegangenen Kaffees waren alles Arabica-Kaffees, einschließlich der Nummer sieben aus Papua Neuguinea.

Meine beiden persönlichen Lieblingskaffees kamen übrigens aus Äthiopien, dem Ursprungsland des Kaffees. Yirga Cheffe in Tasse zwei und der Sidamo, mein absoluter Favorit in Tasse Nummer eins.