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Vom Cappuccino zum Flat White

17 Jun , 2015,
Daniela Schulz
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Mit Cappuccino geht es mir wie Marcel Proust in seinen „Erinnerungen an eine verlorene Zeit“. Der Geschmack von Madeleinekrümeln, vermischt mit Tee, versetzte den Autor blitzartig in die Tage seiner Kindheit bei seiner Tante zurück. Von meiner Erinnerung an mein allererstes italienisches Cappuccino-Geschmackserlebnis in den 1980ern habe ich ja bereits erzählt. Damals war es in Deutschland praktisch unmöglich Cappuccino zu bekommen. Geschweige denn italienisch zubereitet. Seit der Jahrtausendwende kann man den milchigen Espresso beinahe an jeder Ecke kaufen. Doch es gab bislang kaum Zubereitungen, die genau dieses Geschmackserlebnis auf meinem Gaumen zum Klingen brachten.

Die Milch beim Cappuccino ist luftig aufgeschäumt

Auch bei den Cafés meines Vertrauens war ich bislang nicht fündig geworden. Der Milchschaum ist bei den meisten Cappuccini für meinen Geschmack zu luftig und vor allem zu viel im Verhältnis zum Espresso. Laut Definition im Kaffeewiki hat es damit wohl seine Ordnung. Vielleicht eine Neuentwicklung seit der Jahrtausendwende, seit der sich sehr viel in der Kaffeekultur getan hat. Meine Erinnerung ist an den Kaffee in Italien von damals ist aber eine andere. Die schert sie sich nicht um Definitionen. Es gibt durchaus auch in Deutschland das eine oder andere Café, das diesen Geschmack durch das Servieren eines italienischen Cappuccinos herbeizaubern kann. Doch oft bin ich schon enttäuscht worden.

Der Flat White ist traditioneller Cappuccino mit Latte Art

Deshalb bestelle ich seit einiger Zeit lieber einen Flat White. Eine neue Kaffeevariation aus Down Under. Der Milchschaum ist nicht so fluffig, sondern cremig. Vor allem hat der Flat White einen höheren Espressoanteil. Er schmeckt tatsächlich nach Kaffee und nicht so milchig. Und das ist für mich das Entscheidende. Die hübsche Latte Art gehört zum Flat White dazu und die nehme ich gerne mit. Der Flat White vom Foto stammt übrigens vom mobilen Kaffeeservice der Tante Käthe aus Oldenburg. War lecker.

Foto: Barbara Rök